Thomas, Ruth-Maria: Die schönste Version

Ein beeindruckendes Debüt, das noch lange nachhallt.

5/28/2025

4/5 ⭐

ISBN: 9783498006952

Seiten: 272

Klappentext:

Die späten Nullerjahre, frühen 2010er Jahre in einer ostdeutschen Kleinstadt: Die schönste Version erzählt die Geschichte von Jella und Yannick, von der ersten großen Liebe, die alles richtig machen will. Bis es kippt. Wieder zurück in ihrem Kinderzimmer fragt Jella sich, wie es so weit kommen konnte. Sie schaut noch einmal genauer hin: auf ihr Aufwachsen in der Lausitz. Kleinstadt und Kiesgruben, Gangsterrap und Glitzerlipgloss. Auf Freundinnen, die sie durch so vieles trugen. Und auf den Moment, in dem Yannicks Hände sich um ihren Hals schlossen.

Themen: toxische Beziehung, emotionale Abhängigkeit, Gewalt (verbale, physische, sexuelle)

Rezension:

Ich habe schon lange nicht mehr so viel Wut und zeitgleich schmerzliche Verständnis beim Lesen verspürt wie bei „Die schönste Version“.

Jella ist eine sehr ambivalente Protagonistin. Ihre Apathie und ihr Handeln haben mich teilweise extrem frustriert und doch konnte ich sie wiederum sehr gut verstehen, was das Buch umso schrecklich realistischer gemacht hat.

Der Erzählstil ist sprunghaft, wechselt zwischen verschiedenen Ereignissen hin und her und eines ist schlimmer als das nächste. Die Art zu erzählen - abgestumpft und neutral, als wäre es normal, was Jella passiert - trifft mitten ins Herz, da es vermutlich vielen jungen Frauen wie ihr ergeht.

„Die schönste Version“ ist ein enorm wichtiges Buch, das die weibliche Sozialisation erschreckend realistisch darstellt. Es bringt zur Weißglut, lässt das Herz in die Hose sinken und regt zum Nachdenken an.