Murata, Sayaka: Schwindende Welt

Eine Mischung aus Faszination und Skepsis, das Ende war unfassbar verstörend.

8/17/2025

4/5

ISBN: 9783351042448

Seiten: 267

Klappentext:

Amane stellt mit Entsetzen fest, dass ihre Eltern »kopuliert« haben, um sie zu zeugen, anstatt wie alle anderen die Vorteile künstlicher Befruchtung zu nutzen. Auch wenn ihre Mutter an der alten Welt festhält und das Konzept Liebe verzweifelt verteidigt, will Amane dazugehören in einer Gesellschaft, in der Sex und Romantik fast ganz verschwunden sind. Mit ihrem Mann Saku zieht Amane in die experimentelle Stadt in Chiba, wo auch Männer Kinder in künstlichen Gebärmüttern austragen und sich alle Menschen gleichermaßen um alle Kinder kümmern. Ist das die schöne neue Welt, nach der Amane sich gesehnt hat?

Themen: menschliche Fortpflanzung, Familie, Kinderwunsch, Liebe, Begierde, gesellschaftliche Normen

Rezension:

Sayaka Murata hat in „Schwindende Welt“ eine interessante und zugleich zutiefst verstörende Welt geschaffen. Liebe, Beziehungen und Begierde werden aus einem völlig anderen Blickwinkel betrachtet, der zugleich Faszination als auch Skepsis auslöst.

Muratas Schreibstil ist passend zur Handlung neutral und steril, aber flüssig, das Buch hatte ich innerhalb von 24 Stunden durch. Ich fand es sehr interessant über diese alternative Lebensweise nachzudenken, hoffe aber inständig, dass es niemals so weit kommen wird. Während dem Lesen hatte ich ständig ein unbehagliche Gefühl, doch die Neugierde hat mich weiter voran getrieben. Das Ende war vollkommen schockierend.

Ich schwanke noch, ob das Buch einfach genial oder absolut verstörend ist, vielleicht ist es aber auch beides zugleich.