Mellors, Coco: Blue Sisters
Ein sehr emotionales und schonungslos ehrliches Werk. Es ist eine absolute Leseempfehlung.
1/5/2025


4,5/5 ⭐
ISBN: 9783847901860
Seiten: 448
Klappentext:
Drei ungleiche Schwestern, wo zuvor vier waren: Ein Jahr nach Nickys Unfalltod treffen sich Avery, Bonnie und Lucky in New York wieder, um den Verkauf ihres Elternhauses zu verhindern. Doch Nicky hat eine solche Lücke hinterlassen, dass die übrigen drei nacheinander völlig aus der Bahn geraten. Gelingt es ihnen, aus dem existenziellen Scherbenhaufen gemeinsam etwas Neues entstehen zu lassen?
Themen: Sucht, Verlust, Trauerbewältigung, komplexe Familiendynamiken
Rezension:
Coco Mellors Schreibstil ist bildlich und leicht verständlich. Mit Witz und Humor schildert sie komplexe und emotionale Themen, ohne diese dabei ins Lächerliche zu ziehen. Dialoge wirken echt, Emotionen werden roh dargestellt. Es fällt leicht, in die Geschichte einzutauchen.
Sowohl Haupt- als auch Nebencharaktere sind trotz ihrer Fehler sympathisch. Sie alle haben mit Problemen zu kämpfen und treffen falsche Entscheidungen. Gerade das ist menschlich und macht sie liebenswert, denn niemand ist perfekt und hat sein Päckchen zu tragen. Es ist schön, den Blue Schwestern bei ihren Entwicklungen zu folgen.
Die Geschichte wird in der 3. Person erzählt und folgt dabei pro Kapitel einer der Schwestern auf ihrem Weg.
Es wird nie langweilig, die Handlung geht zügig voran und gerät nicht ins Stocken.
Zwei Dynamiken haben mich etwas irritiert. Einmal die Beziehung zwischen einer Therapeutin und ihrer ehemaligen Patientin und außerdem eine Beziehung zwischen einem Trainer und seinem Schützling, die zum Zeitpunkt ihres Kennenlernens 15 und 28 waren. Die Konstellationen sind meines Erachtens etwas problematisch, was im Buch zwar kurz thematisiert, aber nicht aufgeklärt wird. Beispielsweise wäre es wichtig, ob das Therapieverhältnis beendet war, bevor sie sich näher gekommen sind, und ab wann der Trainer Gefühle für seinen Schützling entwickelt hat. Diese beiden Aspekte sind etwas kurz geraten.
Nichtsdestotrotz hat mir das Buch gut gefallen, zumal es nicht um die Beziehungskonstellationen geht, sondern um die Trauerbewältigung und Familiendynamiken und diese werden sehr anschaulich mitsamt ihrer schönen und hässlichen Seiten dargestellt. Es entsteht ein angenehmer Lesefluss, die Story hat mich förmlich in ihren Bann gezogen. Ich konnte mich sehr gut in das Geschehen und die Figuren hineinversetzen, habe mit ihnen gelitten und mitgefiebert, ob sie wirklich den Absprung schaffen.
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