Laski, Marghanita: Die Viktorianische Chaiselongue
Ein kafkaesker Fiebertraum.
12/30/2025


4/5 ⭐
ISBN: 9783351042592
Seiten: 144
Klappentext:
In einem Laden für Antiquitäten sucht Melanie nach einer Wiege für ihr Baby. Doch stattdessen weckt eine viktorianische Chaiselongue ihre Aufmerksamkeit, kopfüber auf einem Haufen gestapelt, mit klobigen Beinen, in die Luft ragend wie ein auf dem Rücken liegendes Schaf. Als sie nach der Geburt ihres Kindes zum ersten Mal auf ebendiesem Sofa einschläft, erwacht sie nach einer Zeitreise im Körper ihres Alter Ego Milly, achtzig Jahre zuvor … Der Roman verwickelt uns in ein aufwühlendes Gedankenspiel über die Verwirrung der Identität und den Raum zwischen den Extremen: der Ekstase und dem Grauen.
Themen: Zeitreise, Krankheit, innere Konflikte
Rezension:
Ich dachte, dass "Die Viktorianische Chaiselongue" aufgrund seiner Kürze ein entspannter Roman für Zwischendurch ist. Und obwohl ich die 144 Seiten in einer Nacht weg gesnackt habe, hat mich das Buch nicht wieder losgelassen.
Die Handlung ist verworren, geht zügig voran und es bleiben so viele Fragen offen. Und das nicht, weil die Geschichte nicht aus erzählt ist, sondern weil vieles schlichtweg ungesagt bleibt. Und dieses Ungesagte sorgt für Beklemmung, Distanz zwischen den Charakteren und regt die Fantasie an, sodass man als Leser:in selbst Vermutungen aufstellt.
Ich fand den Aufbau sehr geschickt. Die langen, verschachtelten Sätze haben den gesamten Verlauf immer schneller und wirrer werden lassen. Ab Seite eins bis zum Ende war ich gefesselt und danach musste ich erst verarbeiten, was genau eigentlich passiert ist.
"Die Viktorianische Chaiselongue" hat ein schnelles Tempo, ist abstrus und wird der Beschreibung als kafkaesk wirklich gerecht.
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