Kellman, Eve: How To Kill a Guy in Ten Ways

Das Buch überzeugt nicht nur wegen seinem spitzen Humor, sondern wegen der moralisch fragwürdigen Antiheldin und ihrer female rage.

4/25/2025

4/5 ⭐

ISBN: 9783757701130

Seiten: 384

Klappentext:

Millie Masters spielt mit dem Feuer

»Warst du auch schon einmal auf einem seltsamen Date? Kannst du den creepy Typen an der Bar nicht loswerden? Hast du Angst, auf dem Heimweg verfolgt zu werden? Dann melde dich bei M.« Nach einem schrecklichen Date zu viel hat Millie Masters eine Hotline für Frauen ins Leben gerufen, die nachts nicht mehr alleine nach Hause gehen wollen: Message M.

Nachdem Millies Schwester in einer Partynacht vergewaltigt wird, hat Millie außerdem noch ein anderes Ziel: Sie will den Täter finden. Denn sie weiß, dass viele Männer am nächsten Abend einfach weitermachen. Eines Nachts ist die Verlockung, das Recht in die eigene Hand zu nehmen, zu groß.

Denn M kann auch für Mord stehen ...

Themen: female rage, Gewalt gegen Frauen, sexuelle Belästigung, Rache, Selbstjustiz, schwarzer Humor

Rezension:

Mit ihrer Protagonistin in „How to Kill a Guy in Ten Ways“ hat Eve Kellman die Verkörperung von female rage geschaffen. Millie ist wütend auf Männer, die sich Frauen gegenüber übergriffig verhalten, weshalb sie zur Selbstjustiz greift. Dabei wirkt sie zunächst völlig unmoralisch und mit den ein oder anderen Kommentaren schlägt sie für meinen Geschmack über die Stränge, doch letztlich ist ihre Wut sehr gut nachvollziehbar. Sie ist von Anfang an eine nahbare Protagonistin und je weiter die Handlung voranschreitet und sämtliche Geheimnisse aufgedeckt werden, desto mehr habe ich letztlich mit ihr gefühlt.

Der Schreibstil ist angenehm, der Sarkasmus bringt zum Schmunzeln und ich muss zugeben, an der ein oder anderen Stelle überkam mich Genugtuung. Die Szenen werden bildlich beschrieben, sind makaber, brutal und doch unterhaltsam. Neben dem schwarzen Humor schwingt sehr viel Feingefühl und Tiefgang in einigen Szenen mit, sodass der Ernst der Thematik immer präsent bleibt.

Die Handlung ist dynamisch und geht zügig voran. Wendungen sind gekonnt gesetzt, sodass es bis zum Schluss spannend bleibt. Gerade der Plot Twist vor dem großen Finale kam sehr überraschend.

Eve Kellman schreibt clever und überspitzt mit viel schwarzem Humor, doch dahinter steckt die erschreckende Wahrheit, dass die dargestellte Gewalt gegen Frauen und sexuelle Belästigung bittere Realität ist. „How to Kill a Guy in Ten Ways“ ist in gleichem Maße unterhaltsam wie erschreckend und in meinen Augen absolut empfehlenswert.